Baukunst in Baden
  Plankstadt Kirche (13)
 


ein Bild
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Evangelische Kirche in Plankstadt   /   Johann Thierry?   /   1826

Kleine Kirche in Plankstadt dem primären Grundtypus folgend. Diese Kirche gefällt vor allem durch den sehr reizvollen Kontrast zwischen Kirchenschiff sowie unterer Turmpartie, die an Detailkargheit nicht mehr zu überbieten sind und der an Einzelheiten reichen Turmspitze. Letztere überschreitet zwar keineswegs den üblichen Rahmen, erscheint aber ob der nur selten gesehenen Zurückhaltung der restlichen Gebäudepartien umso schmuckvoller. In diesem Sinne erfährt wohl keine andere Kirche im Stile Weinbrenners größere Veredelung durch das Glockengeschoss.
     Das Glockengeschoss fällt des weiteren durch das ungemein flache Zeltdach auf, welches in Reinform (ohne Knick nahe Traufe) überhaupt nur aus größerer Entfernung sichtbar. Die Wahl dieser Dachart hat vor allem zwei Effekte: zum einen wirkt das Glockengeschoss leichter, weil niedriger durch das Fehlen eines hohen Daches, zum anderen rückt die konstruktive Partie der Eckpilaster noch stärker in den Blickpunkt (aus der Nähe scheint das Glockengeschoss überhaupt nur aus dieser zu bestehen), wodurch der Kontrast konstruktive Turmspitze und körperhafter unterer Turmabschnitt nur noch klarer gezeichnet.
     Das Kirchenschiff, erbaut bereits im 18. Jahrhundert, mit hohem Satteldach (ohne Dreiecksgiebel) verfügt über einfachste Rundbogen-Fenster, verpflichtet sich einzig der Idee des "nackten" Baukörpers. Gleichfalls die untere Turmstrecke; hier finden sich der tief einschneidende Eingang bar jeder Veredlung durch Details, einige Schlitze von reizvoll vertikaler Proportion und schließlich ein Rundbogenfenster mit kleinen Kapitellen (den Bogen haltend), die nicht anderes als profane Steinquader. Die edle Spitze steht auf markantem Gesims, besitzt vier kraftvolle Eckpilaster mit fein gearbeiteten dorisierenden Kapitellen, den umlaufenden Gebälkstreifen tragend, und im Abstand der Pilaster je zwei Schallfenster. Auch letztere besitzen deutlich konstruktiven Charakter. Der gesamte Campanile ist eine Neubau von 1826, ersetzte ein barocken Turm, der seitlich angefügt war.
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Quellen

1) das Bauwerk selbst - Stilmerkmale und Wirkungen; Betrachtung des Gebäudes vor Ort; Thierry als Heidelberger Bezirksbaumeister möglicherweise für Entwurf/Ausführung zuständig
2) Homepage
www.ekiplankstadt.de; Turm 1826 neu errichtet


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