|
|
|
|
- - - - - - - - - - - - -
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
- - - - - - - - - - - - - - -
|
|
|
|
|
|
- - - - - - - - - - - - - - - -
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
- - - - - - - - - - - - - - - - -
|
|
|
|
|
|
|
| |

|
Ehemaliges Kornhaus der Stadt Gernsbach (Landkreis Rastatt) / Friedrich Weinbrenner / 1798
Das Kornhaus in Gernsbach bedeutet nichts weniger als das letzte überlebende Werk aus Weinbrenners Frühzeit als "nur" stellvertretender Baudirektor — nachdem das Haus des Staatrats Wohnlich (Karlsruhe, Zweiter Weltkrieg) und die Karlsruher Synagoge (Brand Ende 19. Jahrhundert) nicht mehr existieren.
Aber nicht nur aus diesem Grunde stellt das Kornhaus ein besonderes Werk dar — die baulichen Attribute, die es zu solchem küren sind augenscheinlich. Da ist zum einen das Fachwerk: als Sohn eines Zimmermann-Meisters war Weinbrenner von Kindheit auf mit dieser Konstruktionsweise vertraut — trotzdem sollte er sie später (zumindest) für den sichtbaren Gebrauch ablehnen; das Kornhaus blieb neben einigen landwirtschftlichen Nutzgebäuden das einzige Hauptwerk indem dieser Vorsatz unterminiert wurde — höchstwahrscheinlich durch örtliche Vorgaben. Zum anderen rücken spätestens nach dem überraschenden Fachwerk die geradezu unmäßigen Rechteck-Pfeiler mit dorisierenden Kapitellen ins Blickfeld. Es sind mit Abstand die trutzigsten Säulen, die Weinbrenner je ausführte. Diese kaum zu bremsende Monumentalität ist durchaus bezeichnend für des Meisters Frühphase — in Berlin und vor allem in Rom ausgearbeitet und beständig genährt von den Phantastereien französischer Revolutionsarchitektur überschritt sie bei Weinbrenner in Theorie und Praxis nie die Grenze baulicher Machbarkeit. Das beste gebaute Werk dieser Zeit war kaum bestreitbar die Karlsruher Synagoge ob ihrer befremdenden urwüchsigen Gestalt. In Gernsbach nun rutscht der kraftstrotzende Ausdruck vom Gesamtgebäude ins Detail - mehr war in der Murgtaler Kleinstadt schlicht unmöglich.
Gernsbach erlitt Ende des 18. Jahrhunderts eines verheerenden Stadtbrand, der nahezu der Hälfte der baulichen Substanz die Existenz raubte. Der junge Weinbrenner durfte im Zuge seiner amtlichen Stellung einen Wiederaufbau-Plan erstellen, der in großen Teilen auch realisiert wurde. In diesem Zuge oblag ihm die Wiederherstellung des alten Kornhauses, dessen in Stein gehaltene Partien des Erdgeschosses den Flammen widerstanden hatten. Kein Neubau also, sondern ein Wiederaufbau unter Rücksichtnahme auf noch verwertbaren Bestand. Dieser bildet den rückwärtigen Bereich des Erdgeschosses, wo gewiss zumindest die Grundmauern(Fundamente) genutzt wurden. Im vorderen Abschnitt, eine offene Säulenhalle ausbildend, strotzen die vier Rechteck-Pfeiler empor - auf Fassadenebene, in gleicher Flucht, wuchten vier Pilaster. Diese acht Tragglieder erwecken den Eindruck geradezu riesenhafte Lasten abtragen zu müssen — statt dessen "schwebt" optisch leichtes Fachwerk über ihnen. Eine überraschende, eine irritierende — eine vielleicht gerade deshalb so erfrischende Wirkung.
Die Fortsetzung des Artikels steht nicht mehr zur Verfügung.
1
|
_
_
_
_
_
|
|
|
|
|
|
| |
| Heute 193 Besucher (255 Hits) | | 1.295.320 Besucher, 5.952.200 Hits seit September 2006 | |
|
|
|
|
|
|
|