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Sankt Dionysius in Durmersheim (Landkreis Rastatt) / Johann Ludwig Weinbrenner / 1830
Im recht farblosen Zentrum des heutigen Tages weit wie unansehnlich ausgeuferten Dorfes Durmersheim (nahe Rastatt) müht sich das in rotem Sandstein gehaltene klassizistische Gotteshaus recht erfolgreich um einige Aufwertung der Umgebung. Als Baumeister reüssierte der talentierte Johann Ludwig Weinbrenner, Neffe und Schüler des berühmten Onkels Friedrich. Wie es diesem Architekten gemäß ward dem ansonsten standardmäßig primären Grundtyp der klassizistischen Kirchen Badens eine originelle, individualisierende Geste beigegeben. Primärerer Grundtyp bedeutet einmal mehr, dass der Campanile auf der Vorderseite, den Haupteingang bereit stellend, die symmetrische vordere Querseite des Langhauses mittig durchschneidend. Die besondere Geste erzeigt sich klein genug, nichtsdestotrotz einflussreich genug. Man findet sie in dem großen Dreiecksgiebel über dem Eingang; dabei die ohnehin schon gelungene Inszenierung des Haupteintritts vollendend. Doch bevor auf denselben genauer eingegangen wird, soll ein weiterer besonderer Zug der Vorderansicht herausgestrichen werden.
Während nun der angezeigte Dreiecksgiebel ohne weitere Parallele im Weinbrenner-Klassizismus (was man bei der zwar wirkungsvollen, trotzdem sehr einfachen Geste kaum wahrhaben will), so kommt die zweite merk-würdige Maßnahme als zwar nicht einzigartiger, dennoch aber seltener Entwurfszug zum Tragen. Man erblickt ihn in der Homogenität des Prospektes der Eingangsseite. Für gewöhnlich (im Weinbrenner-Stil) lebt dieser aus dem Gegensatz detailreiche und konstruktive Turmspitze zu körperhaftem Unterbau des Turmes und gleichfalls körperhaftem Langhaus, wobei den beiden letzteren als weiterer Kontrast Detailreichtum entschieden verwehrt wird (einzige Ausnahme: der Eingang). Die Durmersheimer Ausführung — und das keineswegs zu ihrem Nachteile - legt eine konstruktive Ordnung in Gestalt dorischer Pilaster auf die benannte Querseite des Langhauses und dem unteren Abschnitt des Turmes. Dieselbe, in aller Regel nur für die Turmspitze vermutet, wird dieser verwehrt. Selbiges gilt der Detailanbringung — relativer Reichtum für erstgenannte Partien, relative Armut für die zweitere. So hat man im Falle des Durmersheimer Gotteshauses also die Umkehrung der Verhältnisse. Weil nun aber nur von "relativ" und keineswegs von "absolut" gesprochen werden kann; also Detailreichtum, bzw. Armut nur bei Vergleichung mit dem Standart der Weinbrenner-Kirchen zu konstatieren ist — vor Ort nichts anderes als ein Aufeinanderzugehen der bezeichneten Partien zu bemerken bleibt, ergibt sich der besondere Zug einer homogenen Ansicht. Oder in Kurzform: die detailarme Gebäudepartie wurde bereichert, die reiche dagegen reduziert — Gleichmaß statt Kontrast.
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