Baukunst in Baden
  Wintersdorf Kapelle (39)
 



ein Bild
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Friedhofskapelle in Wintersdorf (Rastatt, Landkreis Rastatt)   /   1859

Ein letztes erstaunliches Kleinod weinbrennerscher Gotik, welches noch erstaunlicher durch die Zeit der Entstehung: 1859!  Also 33 Jahre nach dem Tode des Meisters und rund 20 Jahre nach dem allgemeinen Verebben dessen Stils, atmet ein Bauwerk nochmals den Geist Weinbrenners.
     Die kleine Kirche spiegelt den typischen Umgang Weinbrenners mit dem Stil der Gotik ausgezeichnet wider. Es werden gotische Elemente adaptiert und für das eigentliche Anliegen Weinbrenners, also dem körperhaften, wuchtigen Ausdruck eine monumentale Geste formend, dienstbar gemacht. Daraus entspringt eine markante Gestaltung, verschieden von der eigentlich preferierten Antike, aber dennoch getragen von der vorbeschriebenen die beiden Richtungen verbindenden Intention.
     Dem folgend ist auch die Kapelle zunächst Baukörper und keineswegs gotischer Versuch die Masse in eine unüberschaubare Zahl himmelwärts strebender Bauteile aufzusprengen. Der geschaffene Baukörper trägt gar alle Zeichen originellen Wesens, lässt er doch auf ungewöhnliche Weise die beiden (kleinen) Baukörper Schiff und Turm miteinander verschmelzen. Auf der Eingangsseite befinden sich die beiden Protagonisten nämlich in gleicher Fassadenebene, so dass der Turm aus dem Schiff herauswächst.

Die Fortsetzung des Artikels steht nicht mehr zur Verfügung.
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