Baukunst in Baden
  Grötzingen
 

Grötzingen, vor den Toren DURLACHS, liegt am Ausgang des PFINZTALES. Beiderseits von sanften Hügeln gefasst, spielt hier ein letztes Mal der KRAICHGAU. Südlich der nach einem weithin sichtbaren Bergfried benannte Turmberg, der Norden des Schwarzwaldes klopft an. Während also die Lage von einigem Reiz, gehört Grötzingen selbst eher zu jenen traurigen Dörfern, die eingehenderer Blicke leider kaum wert. Alles in der Anonymität des 20. Jahrhunderts, ein Dorf wie das andere. Im Falle Grötzingens verlohnt sich ein Besuch dennoch. Mag das Dorf auch nirgendwo mehr Idyll sein, so hält es dennoch drei ausgezeichnete Bauwerke parat, Bauwerke, die von einer anderen Zeit sprechen, einer großen Vergangenheit.
     Grötzingen, wiewohl niemals in Besitz von Stadtrechten und der entsprechenden Befestigung, nahm früh schon seinen Ausgang, der Lage an wichtigen Routen wegen. Römer, Alemannen und Franken, schließlich, im Jahre 991 die erste urkundliche Erwähnung. Der Reichtum seiner Felder und Reben steigerte die Bedeutung kontinuierlich. Hatten zunächst noch verschiedene Klöster Dependenzen, griff im 13. Jahrhundert der badische Markgraf nach Grötzingen. Unter der Ägide seiner Nachfolger erreichte der Ort um 1600 seine höchste Blüte und hätte gewiss weiter prosperiert, wäre nun nicht ein Krieg nach dem anderen durch Baden geschmettert — das Dorf, unbefestigt, wurde zu einer bequemen Beute. Der 30jährige Krieg zehrte Grötzingen aus, dann der Pfälzische Erbfolgekrieg, dem gemäß des Sonnenkönigs Taktik der verbrannten Erde (Schaffung eines Niemandslandes) beinahe das ganze Dorf zum Opfer fiel. Auch im 18. Jahrhundert wollte die Serie der Kriege nicht abreißen. Grötzingen konnte nie wieder an die alte Blüte anknüpfen.

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